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Presse-Information CBG vom 18.05.20

CBG fordert die Bundesregierung nach neuen Studien-Ergebnissen zum Handeln auf

BAYER-Pestizid Dicamba erhöht die Krebs-Gefahr

Der von BAYER und anderen Agro-Konzernen vermarktete Pestizid-Wirkstoff Dicamba vergrößert für LandwirtInnen die Wahrscheinlichkeit, an Leber- und Gallenwegkrebs zu erkranken. Bei FarmerInnen, welche die Substanz intensiv nutzen, stieg die Gefahr gegenüber solchen, welche den Stoff nicht einsetzen, um den Faktor 1.8. Das Leukämie-Risiko nahm ebenfalls zu. Das ergab eine Untersuchung der US-amerikanischen „National Institutes of Health“ (NIH) auf der Basis eines rund 50.000 Bauern und Bäuerinnen umfassenden Daten-Satzes der „Agricultural Health Study“. Auch 20 Jahre nach der Erst-Exposition blieb die erhöhte Gefährdung noch bestehen. „Nach Glyphosat nun also Dicamba. Erneut erweist sich ein BAYER-Mittel als krebserregend. Das der Leverkusener Multi die Produktion von Stoffen, die die menschliche Gesundheit massiv schädigen, nicht umgehend einstellt, ist ein Skandal. Es müssen endlich Alternativen zu den Agrar-Giften entwickelt werden!“ fordert Marius Stelzmann von der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG).

Bislang stand Dicamba vor allem in der Kritik, weil es Ernte-Schäden verursacht. Das Herbizid, das hauptsächlich in Kombination mit Gen-Pflanzen Verwendung findet, bleibt nämlich nach dem Ausbringen nicht einfach an Ort und Stelle. Es verflüchtigt sich und treibt zu Ackerfrüchten hin, die gegen die Chemikalie gentechnisch nicht gewappnet sind und deshalb eingehen. Allein bei US-amerikanischen Soja-Kulturen kam es im Jahr 2017 auf einer Fläche von rund 1,5 Millionen Hektar zu Verlusten. Einen ersten Schadensersatz-Prozess in der Sache verloren BAYER und BASF Mitte Februar.

Das Abdrift-Potenzial des Produkts lässt das Gesundheitsrisiko noch einmal ansteigen. „Durch die Fähigkeit von Dicamba, meilenweit durch die Luft zu wehen, sind die Menschen in vielen Regionen des Landes tagein, tagaus gezwungen, dieses gefährliche Pestizid einzuatmen“, konstatiert der Wissenschaftler Nathan Donley vom US-amerikanischen „Center for Biological Diversity“.

Die CBG sieht nun die Bundesregierung in der Pflicht, die neue Sachlage bei den Entscheidungen über Zulassungsverlängerung für dicamba-haltige Produkte zu berücksichtigen. „Es besteht dringender Handlungsbedarf, gesetzgeberisch tätig zu werden, damit das gefährliche Pestizid vom Markt verschwindet“, so CBG-Geschäftsführer Stelzmann abschließend.

Pressekontakt
Jan Pehrke 0211/30 58 49